Der Husumer Viehmarkt |
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Die Geschichte des Husumer Viehmarktes reicht zurück bis ins Mittelalter. Über die sogenannten Ochsenwege wurde meist Magervieh in oft tagelanger Reise aus den Viehzuchtgebieten Jütlands in das heutige Husumer Stadtgebiet getrieben. |
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Ab 1840 entwickelte sich zusätzlich ein reger Handel mit Weidefettvieh, das zunächst meist nach England weiter verkauft wurde und später in die Ballungsräume an Rhein, Ruhr und Spree, die durch die deutsche Industrialisierung entstandenen waren. "Der Anstoß zum Vermarkten des Fettviehs kam von England, weil die dort beginnende Industrialisierung eine Außenhandels-Zollsenkung mit sich brachte und damit den gewinnbringenden Export der Weidemastrinder aus Schleswig ermöglichte." (1) |
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Gleichzeitig brachte der Handel mit England neue Impulse in die Viehzucht. Der englische Markt erforderte gute Fleischqualitäten. Dazu wurden aus England Zuchtbullen der Fleischrasse "Shorthorn" importiert, die die Qualität der regionalen Viehzucht entscheidend verbesserte. |
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Gehandelt wurden größere Gruppen (Triften) von Vieh "Auf dem Kamp" vor Husum und kleinere Triften auf der Husumer "Neustadt" (auf plattdeutsch "Nienstadt"). |
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"Op'e Nienstadt harr jede Huus Schenk. Dartwischen op'e enge Staat, mit'e Rünnsteen in' Mürnt, stunnen de Tiern in luter Schiet und Miß. Un de Lüüd harrn de Stevel vull Schiet und Miß, un dat Tüüch speut se vull Miß. Denn kann man sik denken, wat de Hüüs uttoseen worrn, wenn se dar all mit erm schiitige Steveln un Tüüch rinklabastern. Aver dat maakt nicks, de Lüüd op'e Nienstadt levten je vun't Markt." (2) |
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Das änderte sich mit dem damaligen Bürgermeister Emanuel Gurlitt (1873 - 1896). Neben dem Handel mit Rindern und Schafen fanden hier ebenfalls, regelmäßig im Frühjahr und Herbst, Pferdemärkte statt, auf denen es besonders rege zuging. |
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In der von Emanuel Gurlitt initiierten Marktanlage am Ende der Neustadt wurde vom 1.9 1888 bis zum November 1970 durchgängig Viehhandel betrieben, begleitet von den Aufs und Abs durch Maul-und Klauenseuche, Inflation und Krieg. |
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Man kann heute sagen, 100 Jahre lang war der Viehmarkt die Hauptwirtschaftskraft der Stadt Husum in einer für uns Bauern unvergeßlichen Zeit. |
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(1) Karl-Heinz Meyer, Der Husumer Viehmarkt, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1994, S.6, (ISBN 3-88042-716-X) (2) Dr. August Geerkens, ebd. (3) ebd., S.10 Bildnachweis: Archiv des Verfassers |
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